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Das Zitat «Interest rates are to asset prices what gravity is to the apple» von Warren Buffet zeigt an, dass nach Jahren aussergewöhnlich tiefer Finanzierungskosten sich die Schwerkraft an den Kapitalmärkten in Form von steigenden Anleiherenditen wieder bemerkbar macht. Durch steigende Wachstumserwartungen konnten die Aktienmärkte diesen höheren Druck jedoch weitgehend kompensieren.
Die jüngste Entwicklung an den Obligationenmärkten spiegelt eine Anpassung an einen höheren neutralen Zinssatz wider. Der Renditeanstieg wird durch bessere Wachstumsaussichten, dem zunehmenden Wettbewerb um Kapital sowie veränderte Angebots- und Nachfrageverhältnisse an den Anleihemärkten getragen. Dabei stiegen, anders als vielleicht vermutet, hauptsächlich die Realzinsen, obwohl die Inflationserwartungen weitgehend unverändert geblieben sind. Auch wenn viel über die steigende Staatsverschuldung der USA diskutiert wird, handelt es sich beim aktuellen Renditeanstieg um eine globale Entwicklung und nicht nur um ein US-Phänomen. Angesichts eines verbesserten weltwirtschaftlichen Umfelds liegen die Renditen in den meisten entwickelten Märkten auf erhöhtem Niveau.
Gerne wird als Warnsignal darauf verwiesen, dass wir in den USA nun wieder Zinsniveaus sehen, die zuletzt vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 zu beobachten waren. Dieser Vergleich blendet jedoch die Tatsache aus, dass wir uns damals in einem langfristigen Trend sinkender Zinsen befanden, wobei heute genau das Gegenteil der Fall ist.
Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer breit diversifizierten Anlagestrategie fest und setzen weiterhin auf qualitativ hochwertige und eher defensive Anlagen, um dem dynamischen Marktumfeld Rechnung zu tragen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (+5,28 %) ist im September massiv um über einen halben Prozentpunkt angestiegen. Insbesondere die robuste US-Konjunktur lässt die Realzinsen steigen, was einem normalen Marktmechanismus entspricht, der einer Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken soll.
Im Zug dessen gaben währungsgesicherte globale Anleihen (–2,05 %) im September deutlich nach, während sich Schweizerfrankenanleihen (–0,75 %) weiterhin robuster zeigten. Trotz ihrer tieferen Duration verzeichneten auch Hochzinsanleihen (–2,54 %) durch die gleichzeitig steigenden Kreditrisikoprämien deutliche Abschläge und auch Schwellenländeranleihen (–4 %) korrigierten deutlich. Wir rechnen weiterhin mit erhöhter Volatilität an den Zinsmärkten.
Entwicklung Anleihen AAA-BBB, Hochzins- und Schwellenländeranleihen (CHF-hedged)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst...
... dass die Staatsverschuldung Frankreichs zum ersten Mal auf mehr als EUR 3,5 Bio. gestiegen ist? Dabei steht das aktuelle Haushaltsdefizit bei rund 5,4 %, obwohl die von der EU vorgeschriebene Grenze bei 3 % liegt.
Die globalen Aktienmärkte (+2,2 %) verzeichneten trotz steigender Zinsen einen positiven September, der insbesondere von den Wachstumsaussichten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) getragen wird. Der defensive Schweizer Markt (–2,5 %) gab dabei nach, während US-Aktien auch infolge des starken US-Dollars mit 3,0 % deutlich zulegen konnten. Ebenso blieben Schwellenländeraktien (+2,7 %) gesucht.
Wir rechnen aufgrund der anstehenden US-Zwischenwahlen und der stark kreditfinanzierten KI-Infrastrukturentwicklung mit einer tendenziell höheren Volatilität an den Aktienmärkten. Es macht den Anschein, dass der Energiehunger der KI-Industrie nicht so rasch gestillt werden kann, wie die Wachstumserwartungen implizieren.
Wir sind bei Schweizer und Schwellenländeraktien übergewichtet investiert und bevorzugen Titel mit hoher Qualität.
Entwicklung ausgewählter Aktienmärkte (in CHF)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
«Diese künstliche Intelligenz frisst meine Chips», sagte Logitech-Chefin Hanneke Faber augenzwinkernd in einem Interview, «Ich habe den Sommer damit verbracht, Chips zu erbetteln, auszuleihen und zu stehlen». Sie erwarte auch in den nächsten 12 bis 18 Monaten keine Entspannung.
Das zunehmende Risiko eines Anstiegs der Marktvolatilität spricht für die diversifizierende Wirkung von alternativen Anlagen, auch wenn diese im September gelitten haben. Gold (–5,5 %) gab aufgrund der steigenden Zinsen deutlich nach, während kotierte Schweizer Immobilienfonds (–1,9 %) den Effekt ebenfalls spürten. Bei Wandelanleihen (–2,1 %) belasteten die steigenden Kreditrisikoprämien, während Versicherungsverbriefungen (+1,4 %) weiter von der günstig verlaufenden HurrikanSaison profitieren konnten.
Flexible Obligationenfonds standen aufgrund des anspruchsvollen globalen Zinsumfelds erneut unter Druck und verloren insgesamt rund 2,2 %. Auch unsere taktische Position in nachrangigen Unternehmensanleihen (–2,1 %) konnte sich dem starken Zinsanstieg nicht widersetzen.
Wir sind bei den weiteren alternativen Anlagen im Bereich nachrangiger Unternehmensanleihen übergewichtet investiert.
Entwicklung ausgewählter alternativer Anlagen (in CHF)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst:
... dass Wohneigentum für die meisten Personen in der Schweiz ein ferner Traum bleibt? So plant gemäss einer aktuellen Umfrage nur jede zwanzigste Person, innerhalb der nächsten zwölf Monate Wohneigentum zu erwerben. Dabei sind Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von mehr als CHF 15 000 übervertreten.
Der Euro zeigte sich im September gegenüber dem Schweizer Franken um 0,8 % stärker und schloss bei CHF 0.947. Die relative Stärke ist den sich verbessernden Wirtschaftsdaten in der Eurozone und der steigenden Zinsdifferenz zum Schweizer Franken geschuldet. Die Verschuldungsproblematik Frankreichs lastet jedoch zunehmend auf dem Euro, womit der mittelfristige Abwertungsdruck auf dem Euro jedoch bestehen bleiben dürfte.
Der US-Dollar (+3,4 %) stieg im September gegenüber dem Schweizer Franken stark an und schloss bei CHF 0.836. Auf globaler Ebene erreichte der US-Dollar (+2 %) unerwartet ein 18-Monate-Hoch. Aus technischer Sicht scheint eine weitere Erstarkung des USDollars gegenüber dem Schweizer Franken weiterhin möglich, da der aktuelle Aufwärtstrend insbesondere bei einer Überwindung der Marke bei CHF 0.84 intakt bleibt.
Entwicklung EUR/CHF und USD/CHF über die letzten zwölf Monate
Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst:
... dass der US-Dollar auch gegenüber dem Schweizer Franken ein neues 17-Monate-Hoch erreicht hat? Der Franken scheint wegen der vergleichsweise niedrigen Zinsen auch wieder verstärkt als Finanzierungswährung für Carry Trades genutzt zu werden.