Unsere Sicht auf die Märkte
Wirtschaftswachstum ist wichtig, aber Gewinnwachstum ist wichtiger – bleibt das Motto des Aktienmarkts, wenn auch neu mit umgekehrtem Vorzeichen. Denn im zweiten Quartal konnte das US-Wirtschaftswachstum überraschend auf annualisiert 2,8 % zulegen, während die Berichtssaison der Unternehmen zwar positiv, aber deutlich weniger dynamisch als zuletzt gestartet ist. Dies hat unmittelbar zu einer in letzter Zeit selten gewordenen Korrektur an den Aktienmärkten geführt.
Mit diesen Wachstumsdaten bleiben die Erwartungen überdurchschnittlich steigender Unternehmensgewinne intakt. Jedoch ist mit volatileren Märkten zu rechnen, da die widerstandsfähige Wirtschaft die Zinssenkungshoffnungen weiter trüben könnte und die näher rückenden US-Wahlen mit dem Rückzug von Joe Biden einen dynamischeren Wahlkampf versprechen.
Gemessen an den Gewinnwachstumserwartungen und den aktuellen Bewertungsniveaus bleiben wir für Qualitätstitel aus dem heimischen Aktienmarkt positiv gestimmt, da sich hierzulande auch die Schweizerfrankenzinsen im Zug der zwei Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank deutlich entspannt haben. Dies lässt sich gut daran ablesen, dass der als Referenzsatz genutzte Preis für zehnjährige Schweizerfranken-Zinsswaps erstmals seit rund zwei Jahren wieder unter 1,0 % notiert. Damit sind langfristige Finanzierungen in Schweizerfranken rund 3,8 % günstiger als in US-Dollar.
Wir sind bei Schweizer Aktien über und bei Schwellenländeraktien neu untergewichtet. Wir bleiben bei der Liquidität leicht untergewichtet, sind beim Gold neu neutral und führen das Untergewicht bei Obligationen aus Industrienationen zugunsten weiterer alternativer Anlagen fort.