Sind Sie sicher, dass Sie diesen Artikel entfernen möchten und damit den Bestell- prozess abbrechen?
Immobilienmarkt zeigt:
Zürcher Oberland bleibt bodenständig
04.05.2026 von Claudia Spörri

Der Zürcher Immobilienmarkt bleibt auch im Frühjahr 2026 robust – trotz globaler Unsicherheiten und hoher Preise. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch deutliche regionale Unterschiede. Besonders das Zürcher Oberland fällt positiv auf: Die Nachfrage ist hoch, die Preisentwicklung aber spürbar moderater als in der Stadt Zürich oder rund um den Zürichsee. Das zeigt die aktuelle Frühlingsausgabe des Bank Avera Eigenheimindex.

«Der Immobilienmarkt im Zürcher Oberland entwickelt sich stabil und gesund. Die Region ist gefragt, ohne die extreme Preisdynamik der städtischen Hotspots», sagt André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank Avera.
Moderater Preisanstieg statt Überhitzung
Im Kanton Zürich sind die Preise für Wohneigentum in den letzten zwölf Monaten um 4,4 Prozent gestiegen. In der Fokusregion der Bank Avera (Stadt Zürich, Pfannenstiel, Zürcher Oberland) beträgt das Plus 3,8 Prozent.
Im Detail zeigt sich:
- Stadt Zürich: weiterhin klarer Preistreiber (+4,9 %)
- Pfannenstiel: leicht unterdurchschnittlich (+3,3 %)
- Zürcher Oberland: moderaterer Anstieg von 3,1 Prozent

Einfamilienhäuser im Kanton Zürich: Preisniveau hoch, regional deutlich differenziert
Einfamilienhäuser bleiben das knappste Gut am Markt. Im Kanton Zürich kostet ein typisches Objekt heute durchschnittlich rund 1,75 Mio. Franken. In Gemeinden des Zürcher Oberlands wie Wetzikon, Rüti oder Illnau-Effretikon liegen die Preise spürbar darunter. Zum Vergleich: Rund um das Zürcher Seebecken werden für ein typisches Einfamilienhaus oft Beträge um 3,5 Millionen Franken bezahlt. Trotz hoher Preise bleibt das Zürcher Oberland für viele Familien realistischer als städtische oder seenahe Lagen. Das Angebot ist jedoch stark begrenzt: Neubauten sind selten, der Markt lebt von bestehenden Objekten.

Eigentumswohnungen: Primärer Einstieg ins Wohneigentum
Eigentumswohnungen bleiben der dynamischste Teilmarkt. Kantonsweit sind die Preise innert Jahresfrist um 4,4 Prozent gestiegen und damit stärker als bei Einfamilienhäusern. Doch finden deutlich mehr Transkationen statt als bei Einfamilienhäusern. Auch hier zeigt sich der Markt im Zürcher Oberland vergleichsweise moderat und bleibt für viele Haushalte der wichtigste Einstieg ins Wohneigentum.
«Stockwerkeigentum ist und bleibt der Türöffner zum Eigenheim, gerade in Regionen wie dem Zürcher Oberland, wo die Preisunterschiede zur Stadt besonders ins Gewicht fallen», erklärt Wegmann.

Mieten: Lage entscheidet, auch im Zürcher Oberland
Der Mietwohnungsmarkt bleibt angespannt, vor allem bei Wohnungswechseln. Während die Angebotsmieten im Kanton Zürich zuletzt nur noch leicht gestiegen sind (+0,4 %), zeigt sich landesweit mehr Dynamik. Im Zürcher Oberland liegen die Mieten in vielen Gemeinden nahe am Schweizer Durchschnitt und deutlich unter dem Niveau der Stadt Zürich oder der Seegemeinden.

Zuwanderung und Bautätigkeit: Nachfrage bleibt hoch
Der Kanton Zürich bleibt ein zentraler Anziehungspunkt für Zuwanderung, mit spürbaren Auswirkungen auch auf das Zürcher Oberland. Obwohl das Wachstum insgesamt leicht an Dynamik verliert, nimmt die Bevölkerung weiterhin deutlich zu. Gleichzeitig entstehen zu wenige neue Wohnungen und Häuser, um die zusätzliche Nachfrage zu befriedigen. Für Kaufinteressierte bedeutet das: Das Angebot bleibt knapp und die Nachfrage hoch, nicht nur in den grossen Zentren, sondern zunehmend auch in den umliegenden Regionen.
Fazit: Attraktive Region mit Augenmass
Das Zürcher Oberland positioniert sich einmal mehr als Region mit Augenmass: gefragt, gut erschlossen und vergleichsweise moderat in der Preisentwicklung.
Für Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer bedeutet das stabile Werte, für Kaufinteressierte realistischere Einstiegschancen im Vergleich zur Stadt Zürich oder und zu den Seegemeinden.