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«When you combine ignorance and leverage, you get some pretty interesting results.» Dieses Zitat von Warren Buffett gewinnt angesichts des Hypes um südkoreanische Technologiewerte neue Aktualität. Der KOSPI-Index hat innert weniger als zwölf Monaten um mehr als 130 % zugelegt, getrieben von der enormen Investitionsnachfrage rund um den Ausbau der Infra strukturfür künstliche Intelligenz (KI).
Samsung Electronics, SK Hynix und ihr Ökosystem sind zu Symbolen einer neuen industriellen Revolution geworden. Entsprechend strömten Privatanleger in Scharen an den Markt, um vom KI-Boom zu profitieren. Dabei verzeichneten gehebelte ETFs und Derivateprodukte ein explosionsartiges Wachstum, was kein Problem ist, solange die Preise weiter steigen. Je mehr Fremdkapital und Hebelwirkung sich jedoch im System aufbauen, desto anfälliger werden die Märkte für Kursrückgänge, Liquiditätsengpässe und Kettenreaktionen von Zwangsverkäufen.
Spekulationsblasen beherrschen zwar die Schlagzeilen, sind aber selten die eigentliche Ursache von Finanzkrisen. Es sind vielmehr eine hohe Verschuldung und die daraus resultierenden Zwänge, die eine gewöhnliche Marktkorrektur in einen ausgewachsenen Börsencrash verwandeln können. In einer Zeit, in der KI womöglich einen neuen globalen Investitionszyklus einläutet, lautet die entscheidende Frage daher nicht, ob die Märkte zu teuer sind, sondern vielmehr, wie diese Märkte finanziert werden.
Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer breit diversifizierten Anlagestrategie fest und setzen weiterhin auf eine disziplinierte Umsetzung, die den Herausforderungen des Marktumfelds Rechnung trägt.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (4,7 %) ist im Juli infolge höherer Inflationserwartungen deutlich gestiegen. Dabei bleibt die US-Notenbank (Fed) im Wartemodus, wobei der Markt weiterhin eine Zinserhöhung bis zum Jahresende prognostiziert. Nach der zweiten Sitzung der Fed unter Kevin Warsh sind Zinssenkungen endgültig vom Tisch, die Frage lautet nur noch, ob und wann eine Anhebung ansteht.
Somit gaben globale Anleihen (–1,2 %) im Juli klar nach und auch Schweizerfrankenanleihen (–0,9 %) mussten Federn lassen. Durationsbedingt kamen Hochzinsanleihen (–0,8 %) glimpflicher davon, während Schwellenländeranleihen (–1,8 %) am stärksten litten. Wir rechnen weiterhin mit anhaltendem Inflationsdruck und erhöhten Preisrisiken bei Obligationen mit langen Laufzeiten.
Wir sind bei globalen Anleihen unter und bei Hochzins und Schwellenländeranleihen neutral gewichtet investiert.
Entwicklung Anleihen AAA-BBB, Hochzins- und Schwellenländeranleihen (CHF-hedged)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
«Die Entscheidung der Fed, die Leitzinsen unverändert zu lassen, hat Zweifel an einer Zinserhöhung im September und darüber hinaus aufkommen lassen. Händler scheinen den erwarteten Zeitpunkt für eine Erhöhung um 0,25 % eher auf Oktober zu verschieben», analysierte Kristine Aquino von Bloomberg.
Die globalen Aktienmärkte (0,5 %) verzeichneten im Juli je nach Region unterschiedliche Entwicklungen, da das Marktumfeld zwar von starken Verkäufen im Technologiesektor geprägt war, aber eine insgesamt positive Berichtssaison die Kursverluste begrenzte. Die Märkte bleiben robust, verlangen aber insbesondere im KI-Bereich mehr Visibilität bezüglich der Rentabilität von Infrastrukturinvestitionen und nicht nur Zukunftsvisionen.
Bemerkenswert war auch der globale Energiesektor, der aufgrund der hohen Energiepreise im Juli um 12,7 % zulegen konnte. Wir nutzen die starken Kursrücksetzer der asiatischen Technologieaktien, um ein Übergewicht bei den vergleichsweise günstigen Schwellenländeraktien aufzubauen.
Wir sind bei Schweizer und Schwellenländeraktien übergewichtet investiert und bevorzugen Titel mit hoher Qualität.
Entwicklung ausgewählter Aktienmärkte (in CHF)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst...
... dass Chinas KI-Sektor mit einer Flut von Produkteinführungen rasant den Abstand zum Silicon Valley verringert und damit eine Art Todeszone für alle KI-Modelle schafft, die keine bahnbrechende Technologie oder marktführenden Preise bieten?
Die steigenden Zins und Konzentrationsrisiken an den Märkten sprechen für die diversifizierende Wirkung von alternativen Anlagen. Im Juli befand sich Gold (0,95 %) in einer deutlichen Seitwärtsbewegung, während Wandelanleihen (–1,9 %) etwas konsolidierten. Die übrigen alternativen Anlagen (Schweizer Immobilienfonds, nachrangige Unternehmensanleihen und Versicherungsverbriefungen) haben sich insgesamt seitwärts entwickelt. Dafür standen unsere flexiblen Obligationenfonds im Juli unter Druck und verloren insgesamt rund (–1,7 %). Somit konnten die alternativen Anla gen in diesem Monat zwar zur Portfoliodiversifikation beitragen, aber insgesamt keinen positiven Performancebeitrag generieren.
Wir sind bei den weiteren alternativen Anlagen im Bereich nachrangiger Unternehmensanleihen übergewichtet investiert.
Entwicklung ausgewählter alternativer Anlagen (in CHF)

Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst:
... dass die Preise für Wohneigentum in der Schweiz auch im zweiten Quartal weiter gestiegen sind? Grund dafür sind die Eigentumswohnungen, die 1,6 % teurer wurden, während die Preise für Einfamilienhäuser um 0,4 % sanken. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Preise vor allem in städtischen Gebieten angestiegen sind.
Der Euro zeigte sich im Juli gegenüber dem Schweizer Franken sehr solid und schloss zum Schluss leicht höher (0,8 %) bei CHF 0.930. Die relativ hohe Stabilität ist den sich verbessernden Wirtschaftsdaten in Europa und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geschuldet, die noch immer Bereitschaft zeigt, gegen einen stärkeren Schweizer Franken vorzugehen. Der mittelfristige Abwertungsdruck auf dem Euro dürfte in nächster Zeit jedoch kaum abnehmen.
Der US-Dollar blieb im Juli gegenüber dem Schweizer Franken praktisch unverändert (–0,1 %) und schloss bei CHF 0.808. Auf globaler Ebene schwächte sich der US-Dollar trotz der angekündigten strafferen geldpolitischen Ausrichtung (–1,5 %) deutlich ab. Aus technischer Sicht scheint eine weitere Erstarkung des US-Dollars jedoch durchaus möglich, da der aktuelle Aufwärtstrend intakt bleibt.
Entwicklung EUR/CHF und USD/CHF über die letzten zwölf Monate
Quelle: Bloomberg, Bank Avera
Haben Sie gewusst:
... dass die USA gemeinsam mit Japan in einer grossen Intervention am Devisenmarkt zur Stützung des japanischen Yen beigetragen haben? Damit versuchen die USA zu verhindern, dass Japan US-Staatsanleihen verkaufen muss, um seine Intervention stemmen zu können. Ein Verkauf würde den Aufwärtsdruck auf die ohnehin steigenden Renditen von US-Staatsanleihen verstärken.